Digitaler Revierstress am Arbeitsplatz #msw14

Digitaler Revierstress am Arbeitsplatz #msw14

Wünsche fürs Arbeitsleben

Wünsche fürs Arbeitsleben

Viele Menschen brauchen die Onlineverbindung zur Welt und zur Nachrichtenlage mittlerweile als tägliches Rüstzeug.

„Bei nicht wenigen Menschen läuft während des gesamten Arbeitstages das Internet im Hintergrund – jederzeit bereit, auf Wissen zuzugreifen, Auskunft zu geben, Zerstreuung zu bieten und Kontakte herzustellen. Das Internet ist ein beruflicher und sozialer…

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Was ich immer schon mal sagen wollte

Vorfreuden für Leseratten II – Herbst 2014

Vorfreuden für Leseratten II – Herbst 2014

Originally posted on Elementares Lesen:

In meiner ersten Folge der Vorfreuden für Leseratten habe ich Herbst-Neuheiten zum Thema Geschichte vorgestellt. Ein paar von Euch haben sich schon von mir anstecken lassen und ihre Wunschzettel gezückt. Das finde ich klasse! Noch ist ja etwas Platz drauf, aber das wird mit dieser Folge anders – zumindest was mich betrifft!

Heute geht es um das Thema Biol…

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Shitstorms und wie man Dödelsberg-Kundenservice in den Wahnsinn treibt

Shitstorms und wie man Dödelsberg-Kundenservice in den Wahnsinn treibt

Über die Wirkung netzöffentlicher Protestes

Über die Wirkung netzöffentlicher Protestes

Auf Facebook wird gerade intensiv über meine Shitstorm-Kolumnedisputiert. Vieles sei eher ein Sturm im Wasserglas, was sich im Netz abspielt und würde keine wirtschaftlichen Konsequenzen nach sich ziehen. Die Frage ist nur, warum dann Organisationen die netzöffentliche Diskussion scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Bekenntnisse zum Open Service sind…

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Amputierte Springflöhe und durchschaubare Kontrollabsichten: Über den Charme von Büro-Galeeren

"Forscher" haben festgestellt, dass Kakerlaken schneller laufen, wenn ihnen Artgenossen dabei zuschauen. Mit dieser tierschürfenden Erkenntnis beglücken uns die Psychologen Volker Kitz und Manuel Tusch in einem Spiegel-Beitrag, der in ähnlicher Variante auch in ihrem Buch “Warum uns das Denken nicht in den Kopf will” erschienen ist.

Mussten die kleinen Krabbeltierchen komplexere Aufgaben lösen, etwa den Weg aus einem Labyrinth finden, störten die Zuschauer. “Daraus entstand die Hypothese: Bei einfachen Aufgaben steigt die Leistung, wenn andere anwesend sind - bei schwierigen sinkt sie”, so Kitz und Tusch. Der Test funktioniert angeblich auch bei Menschen, behaupten die beiden literarischen Scherzkekse.

"Die Wissenschaftler sagen Probanden, sie müssten sich für ein Experiment eine bestimmte Laborkleidung anziehen - in Wahrheit geht es um das Umziehen selbst: Eigene Schuhe ausziehen, Laborsocken überziehen, Laborschuhe und Labormantel anziehen. Dann sagt man den Probanden, das Experiment finde leider doch nicht statt - sie könnten sich wieder umziehen. Schaut jemand demonstrativ zu, brauchen die Probanden für die ‘leichten’ Aufgaben - die eigenen Schuhe aus- und wieder anziehen - 30 Prozent weniger Zeit, als ohne Zuschauer. Und selbst wenn nur ‘zufällig’ jemand im Raum ist und gar nicht aufmerksam hinschaut, sind sie immer noch fast 20 Prozent schneller als allein."

Bei den ‘schweren’ Aufgaben - die ungewohnte Laborkleidung an- und wieder ausziehen - sei es umgekehrt:

Wer komplexe Arbeiten verrichtet, darf ins Home-Office

"Hier brauchen die Probanden länger, wenn jemand aufmerksam zuschaut oder auch nur ‘zufällig’ im Raum ist. Für jede Tätigkeit gibt es folglich eine richtige Umgebung: Routineaufgaben erledigen sich leichter im Großraumbüro, hinter einer gläsernen Bürotür oder im Café - und viel schwerer im Einzelbüro oder allein im Home-Office. Wer vorwiegend komplexe Dinge zu erledigen hat, arbeitet hingegen zurückgezogen am besten."

Was kann man von diesen biologistischen Kakerlaken-Weisheiten ableiten? Wer einfache Arbeiten verrichtet, sollte in Großraumbüros verfrachtet werden und wer anspruchsvollen Tätigkeiten nachgeht, sollte auch die Vorteile von Home-Ofice-Arbeit genießen? Das haben Kitz und Tusch zwar nicht geschrieben, man könnte es im Personalmanagement aber so interpretieren, schließlich ist der Herr Tusch auch als “Coach” unterwegs und der Herr Kitz verbreitet Erkenntnisse über die Büropsychologie.

Praktiker wie Thomas Dehler, Geschäftsführer des Dienstleisters Value5, halten solche Ableitungen für Mumpitz: “Schon jetzt fürchten sich viele Arbeitnehmer davor, dass Führungskräfte und der Chef ihre Leistungen bei dezentraler Arbeit nicht wahrnehmen. Sie fürchten sich also, allein das Thema ‘Work at Home’ für sich zu adressieren. Weiterhin spielt auch eine Rolle, dass dem Konzept ‘Home-Office’ häufig eine elitäre Konnotation anhaftet, also eher den Führungskräften vorbehalten ist. Zumindest ist es dort verbreiteter, als etwa bei den Leistungserbringern beim Service. Mit den Kakerlaken-Thesen wird so eine zweifelhafte Denkhaltung in den Führungsetagen sogar noch untermauert.”

Solche Ausflüge ins Tierreich meistens schief, bemerkt Dehler:

"Es soll auch Versuche und Studien geben, wo man trainierten Springflöhen die Beine ausreißt. Es wäre dann vermessen zu sagen, wenn dieser Floh seine Beine verliert, verliert er auch sein Gehör, auf Anweisung zu springen."

Konditionierung läuft ins Leere

Menschliches Verhalten kann nicht auf Kakerlaken-Niveau erklärt werden. Als Beispiel können die so genannten Hawthorne-Experimente genannt werden. So wollten “Forscher” herausgefunden haben, dass Arbeiterinnen auch ohne Lohnerhöhung schneller und besser arbeiten, wenn man freundlich zu ihnen ist und die Wände der Werkstatt gelb anstreicht. Nachdem sich jedoch unter den Beschäftigten herumgesprochen hatte, dass das Management mit seinem Schmusekurs und der Farbgestaltung nur Geld sparen wollte, kam es zu Lohnforderungen und einem Streik. Die Geltung solch dünner Theorien wird spätestens nach dem Bekanntwerden ihrer Absichten und Steuerungsinstrumente obsolet.

Zudem geht es den meisten Unternehmen beim Arbeiten in Großraumbüros nicht um Effekte der sozialen Erleichterung, sondern schlichtweg um mehr Kontrolle.” Bewegt sich auch jeder? Klappert es? Dann ist es ja gut”, schreibt Wolf Lotter in der Zeitschrift brandeins mit dem Schwerpunktthema “Ruhe!”.

Niemand würde zugeben, dass es hier um Zwangssozialisation geht. Nein, in den Büro-Galeeren geht es natürlich um “bessere Kommunikation” und “Teamarbeit”. In Wahrheit toben sich auf diesem Feld dubiose Sozialingenieure aus, die nicht einfach nur Arbeitsplätze optimieren wollen, sondern die Menschen gleich mit, kritisiert Lotter. “Die kleinen, mit halbhohen Sichtschutz-Wänden abgetrennten Arbeitseinheiten in Großraumbüros haben wenigstens einen ehrlichen Namen: Raumzelle. Halb offener Strafvollzug sozusagen, denn wer nicht von anderen beobachtet werden will, der muss sich ducken und schön am Schreibtisch ‘sitzen machen’”, wie es der brüllende Chef in Billy Wilders Komödie “Eins, zwei, drei” unmissverständlich zum Ausdruck bringt.

So funktionieren vielleicht Automaten, aber keine Menschen.

loeschbeirat:

„Neue Weltsprache“ ist nicht nur der Titel eines Beitrags von Feuilleton-Leiter Andrian Kreye in der Süddeutschen Zeitung, sondern auch Ausdruck einer gewissen geistigen Orientierungslosigkeit auf dem Gebiet des digitalen Philosophierens. Es ist uns nicht gelungen, in dem Text einer…

Virtuelle Salons ohne Tee und Klavier - Wie Livestreaming die Kommunikation verändert

Virtuelle Salons ohne Tee und Klavier – Wie Livestreaming die Kommunikation verändert

Salon geht auch virtuell - nur nicht so opulent

Salon geht auch virtuell – nur nicht so opulent

Im Digitalen gibt es keine Abgeschlossenheit und keine Unveränderlichkeit. Wir stehen in einer andauernden Konversation. Texte, Videos und Audios werden im Netz dokumentiert, sie werden verbreitet und weitergenutzt, sie regen zum Dialog an und wir können sie überarbeiten, fortschreiben und diskutieren. Um die Kultur der Beteiligung noch direkter,…

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WM-Titel macht Deutsche beliebter: Ätsch!

WM-Titel macht Deutsche beliebter: Ätsch!

WM-Titel

Die Welt liebt Gewinner, das zeigt eine neue Studie des Reise-App Anbieters Ulmon.com. Deutschland hat WM-Geschichte geschrieben – im Halbfinale gegen Gastgeber Brasilien und als erste europäische Mannschaft, die in Südamerika den Weltpokal gewonnen hat. Positiv wirkt sich das auch auf das Image aus. Befragt wurden 1.141 Personen in 10 Ländern. Rund vier Fünftel sind sich einig: Deutschland hat…

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